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Die heutige Sektion Franken des Zentralinstituts für Regionenforschung an der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stellt die historische Wurzel der Institution dar, die in der gegenwärtigen Form seit 1996 besteht.

Am 14. November 1932 beantragten vier Erlanger Professoren beim Akademischen Senat die Errichtung einer Anstalt für fränkische Landesforschung. Es handelte sich um

  • Robert Gradmann (1865-1950, Geographie),
  • Bernhard Schmeidler (1879-1959, Mittelalterliche Geschichte),
  • Otto Brandt (1892-1935, Neuere Geschichte) und
  • Friedrich Maurer (1898-1984, Germanische Philologie und Volkskunde).

Als Arbeitsschwerpunkte der zu schaffenden, fächerübergreifenden Einrichtung nannten sie

  • fränkische Siedlungsgeschichte,
  • Hausforschung,
  • Siedlungsgeographie,
  • die Erarbeitung eines fränkischen Ortsnamenbuches,
  • fränkische Mundartenforschung und
  • fränkische Territorialgeschichte.

1933-1935

Nach längeren Planungen wurde am 1. April 1933 - ohne Zusammenhang mit den politischen Umwälzungen - das Institut für fränkische Landesforschung an der Friedrich-Alexander-Universität eingerichtet. Als Vorbild dienten vergleichbare Institutionen an den Universitäten Bonn, Breslau, Gießen, Königsberg, Leipzig, Münster und Prag.

Die neue Einrichtung bildete den Zusammenschluss verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, die sich die Erforschung der Geschichte Frankens zum Ziel gesetzt hatten. Von Anfang an stand der Gedanke der Interdisziplinarität im Vordergrund.

Vertreter der einzelnen Disziplinen formulierten im Band 1 des neu begründeten Jahrbuchs für fränkische Landesforschung (1935) ihre einschlägigen Forschungsvorhaben.

Die Geschäftsführung übernahm zunächst der Mediävist Prof. Dr. Bernhard Schmeidler, der wegen seiner politischen Überzeugung 1935 in den Ruhestand versetzt wurde.

1935-1937

Kurzfristig wurde der Neuhistoriker Prof. Dr. Ludwig Zimmermann (1895-1959) sein Nachfolger.

1937-1952

Im Jahre 1937 übernahm der Mediävist und Landeshistoriker Prof. Dr. Erich Freiherr von Guttenberg (1888-1952) die Leitung des Instituts. Es umfasste

  • eine landesgeschichtliche Abteilung,
  • eine geographische Abteilung,
  • eine geologische Abteilung und
  • eine germanistische Abteilung.

Seither gehören Vertreter dieser Wissenschaften, erweitert um Theologen, Kunsthistoriker und Volkskundler, die sich mit Franken befassen, zu den Mitarbeitern von Institut und Jahrbuch.

Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung konnte im Jahr 1950 erstmals seit 1943 wieder ein dünner Band des Jahrbuchs erscheinen, in dem Guttenberg über die Arbeitsvorhaben informierte. Der als Festschrift geplante Band 11/12 musste 1953 seinem Gedächtnis gewidmet werden, weil er am 1. Dezember 1952 gestorben war.

Für Monographien zu fränkischen Themen wurde 1950 eine eigene Reihe Schriften des Instituts für fränkische Landesforschung gegründet. Bei fortlaufender Bandzählung und unter stärkerer Berücksichtigung komparatistischer Fragestellungen wurden sie ab Band 15 (1976) unter dem Titel Schriften des Zentralinstituts für fränkische Landeskunde und allgemeine Regionalforschung herausgegeben, bis das Zentralinstitut 1996 umbenannt wurde in "Zentralinstitut für Regionalforschung".

1952-1961

Die Arbeiten des Instituts und die Schriftleitung des Jahrbuchs wurden im folgenden Jahrzehnt von verschiedenen Wissenschaftlern betreut:

  • Dr. Hanns Hubert Hofmann (1922-1978),
  • Prof. Dr. Dr. Anton Ernstberger (1894-1966),
  • Prof. Dr. Heinz Löwe (1913-1991),
  • Prof. Dr. Karl Hauck,
  • Priv. Doz. Dr. Hubert Rumpel,
  • Dr. Hugo Steger.

1961-1971

Anfang der 60er Jahre wurde der bisherige Erlanger Mittelalter-Lehrstuhl aufgeteilt und ein eigener Lehrstuhl für bayerische und fränkische Landesgeschichte eingerichtet.

Die Leitung des Instituts und die Schriftleitung von Jahrbuch und Schriftenreihe wurde dabei dem jeweiligen Ordinarius des neu gegründeten Lehrstuhls übertragen. Zwischen 1961 und 1971 hatte Prof. Dr. D. Gerhard Pfeiffer (1905-1996) dieses Amt inne.

1971-1994

Sein Nachfolger Prof. Dr. Alfred Wendehorst übernahm beide Funktionen 1971.

Er führte das Institut für fränkische Landesforschung 1974 in das neu geschaffene Zentralinstitut für Fränkische Landeskunde und Allgemeine Regionalforschung an der Universität Erlangen über. Nach und nach schlossen sich dem Gründungsinstitut folgende Arbeitsfelder an:

  • Lateinamerika,
  • Vorderer Orient,
  • Nordamerika.

In das Jahrbuch wurden jetzt verstärkt auch kunsthistorische Arbeiten über fränkische Themen aufgenommen.

Die Schriftleitung des Jahrbuchs wurde 1991 durch Prof. Dr. Werner K. Externer Link: 
   Universität Erlangen Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische LandesgeschichteBlessing und PD Dr. Dieter J. Externer Link: 
   Universität Bayreuth Bayerische und Fränkische Landesgeschichte Weiß erweitert, die seitdem gleichberechtigt neben dem Institutsleiter die Herausgabe betreuen.

1994-1998

1996 erfolgte die Umbenennung der traditions- und erfolgreichen Institution in Zentralinstitut für Regionalforschung (ZI).

Zugleich wurde eine neue Organisationsstruktur eingeführt, die eine kollegiale Leitung durch die Sprecher der neu konstituierten Sektionen vorsieht. Derzeit besteht das Zentralinstitut aus

  • der Sektion Franken,
  • der Sektion Lateinamerika,
  • der Sektion Nordamerika und
  • der Sektion Vorderer Orient.

Die ursprüngliche, in erster Linie auf Franken bezogene Zielsetzung des Gesamtinstituts wurde beseitigt und der Sektion Franken als Aufgabengebiet zugewiesen.

Die Leitung der Sektion Franken, die seither die wissenschaftliche Tradition des alten Zentralinstituts weiterführt, übernahm 1994 Prof. Dr. Alois Schmid, der sie bis zu seiner Wegberufung nach München 1998 innehatte.

1998-2004

Von 1998 bis 2004 amtierte Prof. Dr. Werner K. Blessing als Sprecher der Sektion Franken.

Zur Publikation umfangreicherer Arbeiten und Tagungsbände aus der Sektion wurde 2003 die Einrichtung der Buchreihe "Franconia. Beihefte zum Jahrbuch für fränkische Landesforschung" beschlossen, deren erster Band 2004 erschien.

Im Jahr 2001 wurde das Zentralinstitut erneut erweitert um die Sektionen

  • Regionen in Europa und
  • Asien-Pazifik.

Seit 2004

2004 wurde Prof. Dr. Wolfgang Externer Link: 
Lehrstuhl für Bayerischer und Fränkische LandesgeschichteWüst zum Sektionssprecher gewählt.